Basalganglien Parkinson und Chorea Huntington

Die Basalganglien sind eine aus vier Kernen bestehende Funktionseinheit im Großhirn:
-Striatum – Eingangskern (Nucl. caudatus + Putamen)
-Pallidum (Globus pallidus internus: GPi  „Hauptausgang“, GPe)
-Substantia nigra (Pars compacta=SNc, Pars reticulata=SNr)
-Nucleus subthalamicus (STN)

Schema der Basalganglien
Aufgaben: Steuerung von Ausmaß, Richtung, Kraft, Geschwindigkeit einer Bewegung
Die Basalgnaglien Erhalten Signale von Cortex und senden diese - modifiziert - über den Thalamus zurück
Die Basalganglien bilden 5 Funktionsschleifen (motorisch, okulomotorisch, dorsolateral präfontral, orbitofrontal, limbisch)

Man unterscheidet zwei Wege:
direkter Weg: D1-Rezeptor  motorikfördernd
indirekter Weg: D2-Rezeptor  motorikhemmend
Es gibt eine intrinsische excitatorische Verknüpfung (glutamaterg), der Rest ist inhibitorisch (GABAerg)

Parkinson - Parkinson Disease

Schema der Basalganglien bei Parkinson
1817 von James Parkinson beschrieben, Prävalenz ca. 0,1%, steigt mit Alter (3% bei 80 jährigen)
Symptome:
Parkinson Trias:
-Ruhetremor
-Rigor (Muskelsteifheit)
-Akinese (Bewegungsarmut)
Äthiologie:
-Genetische Faktoren (alpha-Synuclein, parkin, PARK3 etc.)
-Toxische Faktoren (Rotenone, MPTP, 6-hydroxydopamin)
Pathologie:
Degeneration Dopaminerger Neurone in SNc Ausfall der nigrostriatalen Projektion: Indirekter Weg dominiert, Einlagerung von Lewi Körperchen in Substantia nigra
Behandlung: Gabe von L-Dopa, Chirurgische Eingriffe (Inaktivierung von Globus pallidus internus oder Nucl. subthalamicus), Hirnschrittmacher

Behandlung

Die Parkinson Behandlung versucht die verbleibenden Neurone durch ein Überangebot von Dopamin zu stimulieren. Dies wird z.B. durch Gabe von LDOPA, einem Hirngängigen Dopamin-”Vorgänger” erreicht. Auch kann man den Abbau des Dopamins durch Blockade der beteiligten Enzyme (MAOB, COMT) verlangsamen.
Langsam entwickelt sich jedoch bei diesen Medikamenten eine Resistenz und man muss entweder chirurgisch den Globus pallidus oder den Nucl. subthalamicus zerstören. Eine andere amgewandte Möglichkeit ist der sogenannte Hirnschrittmacher, der durch elektrische Impulse die Hemmung des Thalamus aufhebt.

Chorea Huntington (Veitstanz, Huntington-Krankheit)

Schema der Basalgaglien bei Huntington Krankheit
1872 von George Huntington beschrieben. Eine der ersten komplexen Krankheiten, deren (einfache) genetische Ursache gefunden wurde. Prävalenz ca. 6/100000, bricht meist zwischen 30. und 50. Lebensjahr aus, Tod nach 10-15 Jahren
Symptome:
Distal betonte Hyperkinesen (Chorea), Verhaltens- und Psychoauffälligkeiten
Äthiologie:
Hochpenetrante, autosomal rezessive Mutation auf Chromosom 4: expandierte CAG-Sequenz, physiologische Funktion des codierten Proteins (huntingtin) ist nicht bekannt. Genetische Antizipation bei paternalem Erbgang
Pathologie:
Globale Neurodegeneration, besonders in Striatumneuronen des indirekten Weges, huntingtin-Einschlüsse  führen zu Apoptose: Indirekter Weg fällt aus  Hyperkinese
Behandlung:
bisher nur Symptomatisch

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