Volksbeamer aus Diaprojektor und Lilliput Display

Kill Bill im hellen... und es geht immer noch...
Mein aktuellstes Hirngespinst ist der Bau eines Sogenannten Volksbeamers.
Ein Volksbeamer ist eine Konstruktion aus einem Diaprojektor und einem kleinen TFT- oder LC-Display wie es z.B. in digitalen Kameras oder aktuellen Handys eingebaut ist.

Der Trick besteht darin, dass man das Display anstelle des Dias in dem Projektor einbaut. Zuvor muss man es jedoch lichtdurchlässig machen, indem man die Hintergrundbeleuchtung entfernt.
Das Resultat ist ein Beamer, der insgesamt nicht mehr als 70 EUR kostet und ein Bild zutage bringt, welches auch nichts anderes erwarten lässt.
Das Lilliput Display (Lilliput 212GL-20NP) habe ich ausgesucht, da es sich besonders gut von der Hintergrundbeleuchtung trennen lässt. Es ist für knapp 50 EUR bei Ebay erhältlich. Andere Displays würden sicherlich auch funktionieren, jedoch ist nicht immer gewährleistet, dass das Display lichtdurchlässig gemacht werden kann (es können z.B. Leiterbahnen im Weg sein, welche das Durchleuchten unmöglich machen).
Als Diaprojektor habe ich mich für einen mechanisch kaputten Leitz Pradovit RA150 entschieden, da ich diesen aus dem Gerümpel meiner Eltern abstauben konnte, nur die Birne war für 3,50 EUR zu ersetzen.
Somit summiert sich der Preis für den gesamten Projektor also auf:

Diaprojektor 0 EUR
150 W Halogen-Birne 3,50 EUR
Lilliput Display 57 EUR
Versandkosten 8 EUR
Summe 68,50 EUR

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Schritt-für Schritt-Anleitung für den Hartz-IV-Beamer (aka Volksbeamer)

11:00h: ready… steady… go!!

Need to have…

Benötigte Werkzeuge für den Hartz IV Beamer
Die benötigten Werkzeuge sollten sich eigentlich in jedem Haushalt finden… im Notfall kommt man wohl auch alleine mit einem schweizer Offiziersmesser aus, jedoch muss man sich das Leben nicht unnötig schwer machen… zwei kleine Schraubenzieher, eine Schere, ein Schneidemesser und etwas Tesafilm oder besser Hansaplast sollten ausreichen, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen.

Zutaten für den Volksbeamer
Die Zutaten lassen sich wie schon besprochen bei Ebay oder auf dem Speicher finden, zusätzlich sollte man sich noch um ausreichend Kaffee und Klebeband bemühen… ach ja, und die Pinzette für die immer ins Gehäuse purzelnden Schrauben hätte ich fast vergessen.

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Anleitung zum Eigenbau eines Beamers (Teil II)

Öffnen des Lilliput-Gehäuses

Das verschraubte Gehäuse des Lilliput Displays von hinten
Nun kann man endlich loslegen, das Gehäuse des Lilliput 1,8 Zoll Displays (genauer Typ: 212GL-20NP) lässt sich glücklicherweise sehr einfach öffnen, denn es ist mit normalen Kreuzschrauben verschlossen und lässt sich auch nach der dritten Tasse Kaffee noch ohne Verluste öffnen.

Das Lilliput 212GL-20NP Gehäuse aufgeklappt

Die beiden Schalen des Displays sind durch ein Flachkabel -welches sich einfach lösen lässt, wenn man die beiden kleinen Hebelchen an der Platinenseite löst- und durch die Spannungsversorgung der Hintergrundbeleuchtung verbunden.
Diese Kabel (weiss) kann man ohne bedenken mit der Schere durchtrennen oder mit einem Lötkolben von der Platine lösen.
Die Platine wird in der Hinterschale des Gehäuses belassen, so ist sie auch noch im Projektor gut geschützt.

Anleitung zum Bau eines Volksbeamers (Teil III)

trennen von Display und Hintergrundbeleuchtung

Beim auseinandertrennen des mini-Displays wird es schon etwas kritischer, denn man muss das Blechgehäuse des kleinen TFT-Monitors mit dem Schlitzschraubenzieher vorsichtig aufhebeln. Dabei ist unbedingt darauf zu Achten, das Display nicht zu zerkratzen… am besten geht man kreisförmig vor… erst an einer Ecke beginnen: leicht aufhebeln… dann immer weiter rundherum und erst in der zweiten Runde Nägel mit Köpfen machen.
Wenn man nicht zu viel Kaffee konsumiert hat, sieht das ganze dann aus, wie oben im Bild zu sehen.
die Hintergrundbeleuchtung wurde entfernt

Halterung für das durchscheinende TFT

Jetzt ist es an der Zeit, eine Halterung für das durchsichtig gemachte Display zu basteln. Da der Diaprojektor ja schon eine perfekt justierte Halterung für Diarähmchen eingebaut hat, bietet es sich sehr an, ein Diarämchen als Vorlage zu nehmen.
In meinem Fall habe ich ein Einmalrähmchen aus dem Fotolabor genommen, das Bild herausgenommen und das Rähmchen mit dem Cutter soweit aufgeschnitzt, bis die Öffnungsdiagonale mit der (sichtbaren) Bilddiagonale des Liliput Displays übereinstimmt (also 1,8 Zoll oder 48mm).
Bei mir sieht das ganze nun so aus:
Das Diarähmchen mit eingebasteltem Display

Bauanleitung Volksbeamer Teil IV

Dieses Rähmchen muss nun an der Stelle montiert werden, an der normalerweise das Dia sitzt. Viele Diaprojektoren bringen eine Vorrichtung mit, die es ermöglicht, das aktuelle Dia in einer art “Lift” aus dem Projektor zu ziehen. Beim Leitz Pradavit kann man nun das vorbereitete Rähmchen mit dem Display einfach in diese Vorrichtung einschieben.
Das Display im Diarähmchen in der Halterung des Diaprojektors
Das Gehäuse habe ich wieder verschlossen, um die Platine zu schützen… damit das Flachkabel herausgeführt werden kann, habe wird zusätzlich eine Aussparung in das Gehäuse geschnitzt.

Einbau der Halterung im Diaprojektor

Mist… jetzt passt das Ganze gar nicht in den Projektor… das heißt, dass noch Platz geschaffen werden muss. Dazu wird einfach die ganze Mechanik aus dem Prjektorgehäuse verbannt, die nicht mehr gebraucht wird (z.B.: Bildwechsler, Autofocus etc.)
Im Diaprojektor muss erst noch Platz geschaffen werden
Wenn alles passt, kann man mit Klebeband ans fixieren gehen… um dann zu guter Letzt wieder den Deckel der Unschuld aufzusetzen.

Bauanleitung Volksbeamer Teil V (der homebrew-Beamer ist fertig!)

14:30h: ich habe fertig
Der fertige Hartz-IV-Beamer - statt Dias gibts nun Kabel zu essen...
Kill Bill im dunkeln (Bilddiagonale ca. 1,5m)
es geht … in S/W
Kill Bill im hellen... und es geht immer noch...
… und Farbe
wer mehr infos will, schreibt einfach einen Kommentar.

gn8 Jacob

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No Responses to “Volksbeamer aus Diaprojektor und Lilliput Display”

  1. Sebastian Says:

    Guten Tag.Leider kann ich die Fotos über das Dia-Projektor Beamer Projekt nicht finden. Finde diese Idee aber sehr interessant und würde die Ergebnisse gerne begutachten. Würde mich daher über eine >E-Mail mit den Bildern sehr freuen.
    Mfg

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